Die Zusammensetzung der
Zahlen verstehen
10 Leute wollen mitfahren.
Welche Autos nehmen?
Ordnungen finden, z. B. nach
Farben sortieren
Maria Montessori, Ärztin
und Reformpädagogin

So unterschiedlich wie die Kinder
sind auch die Rechenschwächen.

Anzeichen und Definitionen

Hat mein Kind eine Rechenschwäche?

Hinweise geben Ihnen folgende Anzeichen: Kinder mit einer Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie

  • zählen und benutzen dazu meist die Finger, statt im Kopf zu rechnen
  • können nicht gut rückwärts zählen
  • verwechseln ähnliche Zahlen (6 und 9)
  • machen oft Zahlendreher (15 statt 51)
  • verwechseln oft + mit - und x mit : (statt 8 − 2 = 6 wird 8 − 2 = 10 gerechnet)
  • haben Probleme mit Aufgaben, die in den nächsten Zehner, Hunderter oder Tausender übergehen 
  • verstehen nicht, was bei Umkehr-, Tausch- und Platzhalteraufgaben zu tun ist
  • scheitern in der Regel an Textaufgaben
  • entwickeln oft Lernblockaden
  • machen bei herkömmlicher Nachhilfe keine Fortschritte

Rechenschwäche aus mathematik-didaktischer Sicht:

Kinder mit einer Rechenschwäche gehen meist davon aus, dass Mathematik eine Art „Abzählen“ sei. Deshalb versuchen sie, Aufgaben durch Zählen zu lösen und verwenden dazu ihre Finger. Manchmal ist das sinnvoll, z.B. bei 4 + 5. Aber bei größeren Zahlen und komplexeren Aufgaben führt das Abzählen in steigendem Maße zu Fehlern. Dann sind andere mathematische Konzepte sinnvoller. Es geht mir deshalb darum,

  1. dem Kind bewusst zu machen, dass es nicht an einem mangelhaften Gedächtnis leidet, sondern ein ungeeignetes Rechen-Konzept anwendet
  2. ihm sinnvolle Konzepte zu vermitteln und sie mit ihm einzuüben.

Rechenschwäche aus psychologischer Sicht:

Die Wissenschaft bezeichnet Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie als Teilleistungsschwäche bei sonst normaler Begabung. Eine Rechenstörung zeigt sich gewöhnlich bereits in der Grundschule, wenn die Grundrechenarten erlernt werden. Sie lässt sich nicht durch normale Nachhilfe beheben, da beim Kind zuerst die mathematischen Verständnisgrundlagen geschaffen werden müssen. Dazu gehören u.a. die Zahl-Mengen-Zuordnung, das Verständnis des Stellenwertsystems, das Erkennen von Lagebeziehungen (links-rechts, oben-unten etc.) und die Teil-Ganzes-Beziehung in Textaufgaben.