Immer 4
 
Die Menge 1234,
Goldenes Perlenmaterial
3 x 3 und 4 x 4,
2 Abstraktionsstufen
Maria Montessori in
Psycho-arithmetica, 1934

Mit Montessori-Material wird Mathe sichtbar und be-greifbar.

Die "Mathe spielen"-Methode bei Rechenschwäche

Mathe spielen© ermöglicht Ihrem Kind:

  • durch Hantieren mit Montessori-Materialien die Zahlen als Mengen zu be(-)greifen
  • in Zahlenspielen innere Bilder von Zahlenbeziehungen zu entwickeln
  • über verschiedene Abstraktionsstufen zum Kopfrechnen zu kommen
  • beim Spielen eigene Rechengeschichten zu erfinden und zu lösen
  • mit eigenem Übungsmaterial zu Hause weiter "spielend" zu lernen

Die Mathe spielen©-Methode wurde von mir speziell für Kinder mit einer Rechenschwäche (Dyskalkulie) entwickelt. Sie basiert auf Montessori-Materialien. Dazu habe ich Zusatzmaterialien, Übungen und Spiele entwickelt, mit denen Ihr Kind einen stabilen Zahl-Mengen-Begriff entwickelt und die Basisfertigkeiten Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren erlernt. Das Lösen von Textaufgaben üben wir mit Rechengeschichten (s. u.) und grafischen Lösungshilfen.

Rechenschwäche ist keine Krankheit.

Sie beruht vielmehr auf einem stark ausgeprägten bildhaften Denken und geht oft mit überdurchschnittlicher Intelligenz einher. Deshalb spreche ich von "Hilfe" bei Rechenschwäche, nicht von Therapie.

Zum Video:  Es entstand spontan am Ende einer Lerntherapiestunde. Deshalb ist kein "Zahlenspiel" mit Montessori-Material (s.u.) zu sehen, sondern eine "Rechengeschichte" zur zuvor gelernten 5er-Ergänzung: Ich zahle mit 5 €, und es kostet 4. Wieviel bekomme ich zurück?
Ich zeige das Video hier, weil es die Atmosphäre von "Mathe spielen" gut wiedergibt.

Durch die vielen kleinen und großen Erfolgserlebnisse gewinnt Ihr Kind wieder Selbstvertrauen. Es erlebt, dass sich Ausdauer und Selbstverantwortung lohnen. Und die kindliche Freude am Lernen kehrt zurück.

Zahlenspiele und Rechengeschichten:

Mit Zahlenspielen innere Bilder schaffen

Wenn ein Kind etwas "begreifen", also mit der Hand ergreifen kann, ist es in der Lage, ein inneres Bild zu entwickeln. Bei Kindern mit einer Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie fehlt es oft an diesen inneren Bildern. Deshalb hilft ihnen das bloße Wiederholen von Regeln durch normale Nachhilfe nicht. Ich habe spezielle Materialien und Zahlenspiele für rechenschwache Kinder entwickelt. Sie bauen auf den Montessori-Materialien auf und machen die typischen Problembereiche wie etwa den Zehnerübergang sichtbar und be(-)greifbar. Die Spiele enthalten einen Glücksfaktor, so dass die Kinder genauso gewinnen können wie ich oder - zu Hause - die Eltern oder Geschwister.

"Geschenkeladen" - Beispiel für eine Rechengeschichte

Bunte Glassteine und Spielgeld liegen bereit. Die Steine verwandeln sich in der Phantasie zu allem, was wir uns wünschen. "Ich hätte gerne 5 Würgezungentoffees für meinen Bruder und 3 Sonnenschein-Steine für meine Mama." Die Ideen kommen von überallher, von Harry Potter wie von eigenen Wunschvorstellungen. Nun wird nachgedacht, Beispiel: 5 Toffees machen 5 mal 2 Euro und dazu 3 mal 5 Euros dafür, dass für Mama die Sonne scheint. Das Kind errechnet die Summe und das Wechselgeld. "Wie hast Du gerechnet?", frage ich. Es entwickelt sich ein mathematisches Gespräch. Falls nötig ziehen wir ein Montessori-Material hinzu, übersetzen die entstandene "Textaufgabe" in das Goldene Perlenmaterial - bis die Rechnung stimmt. Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was bei "Mathe spielen" möglich ist. Je nach Kind und dessen Tagesverfassung gibt es verschiedene Zugänge zum Begreifen von Mengen, Zahlen und Rechenoperationen. Jeder Lernstil kommt zum Zuge. Jeder Wahrnehmungskanal wird angesprochen, insbesondere das Tasten, das Sehen, das Hören und die Bewegung.

Zusätzlich: Hilfe für Bilddenker

Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Dyskalkulie-Betroffene sogenannte Bilddenker sind. Wenn ich ein Kind als Bilddenker diagnostiziert habe, bringe ich ihm bei, sein besonders stark ausgeprägtes Vorstellungsvermögen zu steuern. Das entlastet das Denken, und das Kind kann in Ruhe Mathe lernen, also ohne Verwirrtheit, Schwindelgefühle, Kopfweh oder Übelkeit - auch in der Schule!

Hat mein Kind eine Rechenschwäche?

Hinweise geben Ihnen folgende Anzeichen: Kinder mit einer Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie

  • zählen und benutzen dazu meist die Finger, statt im Kopf zu rechnen
  • können nicht gut rückwärts zählen
  • verwechseln ähnliche Zahlen (6 und 9)
  • machen oft Zahlendreher (15 statt 51)
  • verwechseln oft + mit - und x mit : (statt 8 − 2 = 6 wird 8 − 2 = 10 gerechnet)
  • haben Probleme mit Aufgaben, die in den nächsten Zehner, Hunderter oder Tausender übergehen 
  • verstehen nicht, was bei Umkehr-, Tausch- und Platzhalteraufgaben zu tun ist
  • scheitern in der Regel an Textaufgaben
  • entwickeln oft Lernblockaden
  • machen bei herkömmlicher Nachhilfe keine Fortschritte

Rechenschwäche aus mathematik-didaktischer Sicht:

Kinder mit einer Rechenschwäche gehen meist davon aus, dass Mathematik eine Art „Abzählen“ sei. Deshalb versuchen sie, Aufgaben durch Zählen zu lösen und verwenden dazu ihre Finger. Manchmal ist das sinnvoll, z.B. bei 4 + 5. Aber bei größeren Zahlen und komplexeren Aufgaben führt das Abzählen in steigendem Maße zu Fehlern. Dann sind andere mathematische Konzepte sinnvoller. Es geht mir deshalb darum,

  1. dem Kind bewusst zu machen, dass es nicht an einem mangelhaften Gedächtnis leidet, sondern ein ungeeignetes Rechen-Konzept anwendet
  2. ihm sinnvolle Konzepte zu vermitteln und sie mit ihm einzuüben.

Rechenschwäche aus psychologischer Sicht:

Die Wissenschaft bezeichnet Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie als Teilleistungsschwäche bei sonst normaler Begabung. Eine Rechenstörung zeigt sich gewöhnlich bereits in der Grundschule, wenn die Grundrechenarten erlernt werden. Sie lässt sich nicht durch normale Nachhilfe beheben, da beim Kind zuerst die mathematischen Verständnisgrundlagen geschaffen werden müssen. Dazu gehören u.a. die Zahl-Mengen-Zuordnung, das Verständnis des Stellenwertsystems, das Erkennen von Lagebeziehungen (links-rechts, oben-unten etc.) und die Teil-Ganzes-Beziehung in Textaufgaben.